Justizvollzug am Limit: Wenn selbst Urlaub nicht mehr möglich ist
Der Justizvollzug in Nordrhein-Westfalen steht unter massivem Druck. Das zeigen die aktuellen Auswertungen für Januar 2026 deutlich.
Der Krankenstand liegt vielerorts im zweistelligen Bereich. Teilweise fällt rechnerisch jeder siebte Beschäftigte dauerhaft aus. Gleichzeitig bleiben tausende Arbeitsstunden liegen – Monat für Monat.
Was bedeutet das konkret?
Fehlendes Personal wird nicht ersetzt. Stattdessen wird die Arbeit auf die verbleibenden Beschäftigten verteilt. Mehr Dienste, mehr Belastung, weniger Erholung. Und genau hier liegt das eigentliche Problem: Die bestehenden Zeitkonten werden nicht abgebaut. Sie wachsen weiter. Urlaubsansprüche bleiben stehen. Gleichzeitig entsteht jedes Jahr neuer Anspruch. Schon zu Beginn des Jahres erreichen offene Urlaubsbestände in einzelnen Bereichen fünfstellige Größenordnungen.
Mit anderen Worten:
Selbst wer Urlaub nehmen dürfte, kann es oft schlicht nicht.
Hinzu kommen zusätzliche Aufgaben wie Vorführungen, Krankenhausbewachungen oder Sicherheitsmaßnahmen. Diese sind zwingend notwendig und lassen sich nicht verschieben.
Das Ergebnis ist ein System, das dauerhaft auf Verschleiß läuft.
Der Personalausfall wird nicht ausgeglichen, sondern durch zusätzliche Belastung der verbleibenden Beschäftigten kompensiert. Die bestehenden Arbeitszeitdefizite werden nicht abgebaut, sondern fortgeschrieben. Das ist keine kurzfristige Entwicklung. Das ist strukturell.
So kann es nicht weitergehen.
Die dargestellten Zahlen beziehen sich auf den allgemeinen Vollzugsdienst. Auch andere Bereiche des Justizvollzugs sind erheblich belastet. Vergleichbare belastbare Zahlen liegen hierzu derzeit jedoch nicht vor.
BSBD NRW
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