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Bundesinnenministerin Nancy Faeser (re), BKA-Chef Holger M√ľnch (Mi.) und Iris Spranger, Berliner Innensenatorin, bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik.

Kriminalitätsstatistik belegt: Starker Anstieg der Straftaten im Jahr 2022

Nachdem die Fallzahlen f√ľnf Jahre lang eine abnehmende Tendenz aufwiesen, hat sich diese Entwicklung im Jahr 2022 ins Gegenteil verkehrt. Die Straftaten sind deutlich angestiegen. Besonders die Gewaltkriminalit√§t hat sich im Vergleich zu 2021 erheblich ausgeweitet.

Und noch eines ist augenf√§llig: Der Anteil ausl√§ndischer Tatverd√§chtiger hat deutlich zugenommen. Im Jahr 2022 wurden insgesamt 5,63 Millionen Taten registriert, was einem Zuwachs von 11,5 Prozent gegen√ľber dem Jahr 2021 entspricht. Die Aufkl√§rungsrate hat hingegen mit 57,3 Prozent um 1,3 Prozent abgenommen. Damit bewegt sich die Kriminalit√§tsentwicklung in die absolut falsche Richtung, zumal die Polizeiliche Kriminalit√§tsstatistik nur das Hellfeld abbildet.

Deutschland ist im vergangenen Jahr objektiv unsicherer geworden. Die Politik betont zwar unerm√ľdlich, dass Deutschland immer noch eines der sichersten L√§nder der Welt sei. Offen bleibt dabei aber die Frage, wie lange das noch so bleibt. Sollte sich die ung√ľnstige Entwicklung des Jahres 2022 verstetigen, dann besteht akuter Handlungsbedarf. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) wies bei der Vorstellung der Statistik darauf hin, dass die Zahl der Straftaten vor zehn Jahren noch deutlich h√∂her gelegen h√§tte.

Da kann man nur feststellen: Zu Zeiten von Corona war nicht alles schlecht. Auf die Zahl der Straftaten haben sich die Lockdowns und Einschr√§nkungen der Bewegungsfreiheit jedenfalls sehr g√ľnstig ausgewirkt. Seit Wegfall dieser Beschr√§nkungen sind die Straft√§ter wieder deutlich munterer am Werk.

Bei der Vorstellung der Statistik machte Holger M√ľnch, Chef des Bundeskriminalamtes, besonders auf diesen Umstand aufmerksam. Er sprach davon, dass solche ‚ÄěNachholeffekte‚Äú erwartbar gewesen seien. Wenn man das Vor-Corona-Jahr 2019 als Vergleich heranziehe, dann seien die Fallzahlen lediglich um 3,5 Prozent gestiegen.

Hohe Anstiege der Fallzahlen

Signifikante Anstiege hat es bei Raub und Diebstahl gegeben. Im Vergleich zu 2022 war eine Zunahme von 26,8 beziehungsweise 20 Prozent zu verzeichnen. Vergleicht man die Diebstahlszahlen jedoch mit dem Vor-Corona-Jahr 2019, dann sind die F√§lle um 2,3 Prozent zur√ľckgegangen.

Die gr√∂√üte Zuwachsrate f√ľr einen einzelnen Deliktbereich ergab sich bei den Straftaten gegen das Aufenthalts-, das Asyl- und das Freiz√ľgigkeitsgesetz. Diese ausl√§nderrechtlichen Vergehen, die naturgem√§√ü nur von Ausl√§ndern begangen werden k√∂nnen, nahmen von 2021 auf 2022 um satte 53,8 Prozent zu. Es handelte sich im Wesentlichen um illegale Einreisen.

Sexual- und Gewaltdelikte steigen √ľberproportional

Der hohe Anstieg der Sexualdelikte erklärt sich laut Bericht neben vermehrten Tatgelegenheiten nach der Corona-Pandemie auch aus einer höheren Sensibilisierung und daraus gewachsener Anzeigebereitschaft. Tatsächlich nahm die Zahl von Vergewaltigungen, Fällen sexueller Nötigung und anderer sexueller Übergriffe um 20,1 Prozent zu.

Ein deutlicher Anstieg war auch bei den Gewaltdelikten zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Delikte um 19,8 Prozent auf 197.202 Fälle. Auffällig ist auch die Zunahme von Messerangriffen, bei denen eine Person unmittelbar bedroht wird. Verglichen mit dem Jahr 2021 stiegen die Taten der gefährlichen und schweren Körperverletzung um 15,4 Prozent von 7.071 auf 8.160 Fälle. Im Bereich von Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen betrug die Zunahme 5,9 Prozent.

Messerattacken erreichen einen Höchstwert

Die Zahl der Messerattacke ist damit doch in bedeutsamer Weise angestiegen. Gerade diese Delikte die oftmals auch im √∂ffentlichen Raum begangen werden, k√∂nnen das subjektive Sicherheitsempfinden der B√ľrgerinnen und B√ľrger nachhaltig beeintr√§chtigen.

Speziell der Anteil der Asylmigranten an der Begehung von Gewaltdelikten ist √ľberproportional hoch. Sie stellen lediglich 2,5 Prozent der Gesamtbev√∂lkerung und sind mit 12 Prozent bei diesen Delikten deutlich √ľberrepr√§sentiert.

Bei der Vorstellung der Kriminalit√§tsstatistik sicherte BKA-Chef Holger M√ľnch zu, dass man die Zahlen der Ausl√§nderkriminalit√§t im Blick behalten m√ľsse. F√ľr alarmierend h√§lt er die aktuelle Entwicklung allerdings nicht. M√ľnch verwies in diesem Zusammenhang auf die Nettozuwanderung von 1,4 Millionen Personen. Dies sei eine betr√§chtliche Steigerung zum Vorjahr, als die Nettozuwanderung 330.ooo Personen betragen habe. In 2022 sei folglich ein historischer H√∂chstwert bei der Zuwanderung erreicht worden. Selbstverst√§ndlich, so M√ľnch, steige dadurch auch die Kriminalit√§t im Lande.

Die Kriminalitätsstatistik befasst sich mit dem Hellfeld

Mit der Kriminalitätsstatistik wird lediglich das Hellfeld ausgeleuchtet. Gemeint ist damit, dass nur Straftaten erfasst werden, die den Strafverfolgungsbehörden angezeigt wurden. Statistisch nicht erfasst wird das sogenannte Dunkelfeld, das je nach Deliktbereich erheblich grösser ausfallen kann.

Hinzu kommt, dass es sich bei der Kriminalstatistik um eine sogenannte Ausgangsstatistik handelt. Das heißt, erfasst werden nur der Polizei durch Anzeigen oder Razzien bekannt gewordene Fälle. Wie die Gerichte die gemeldeten Fälle am Ende beurteilen, geht daraus nicht hervor.

Ein bedeutsamer Gesichtspunkt wird in der Kriminalit√§tsstatistik recht stiefm√ľtterlich behandelt, und zwar das Verh√§ltnis deutscher zu nichtdeutschen T√§tern. Mitunter kann der Eindruck entstehen, als wolle die Politik diese Beziehung gar nicht so genau wissen und zur Kenntnis nehmen. Denn gerade bei diesem Problem lauert hinter jeder Ecke der Diskriminierungsvorwurf.

Hoher Anteil straffällig gewordener Ausländer

Ohne eine genaue Kenntnis der unterschiedlichen T√§tergruppen kann aber nur schlecht vorbeugend agiert werden. Um seitens der Sicherheitsorgane schnell und effektiv auf unerw√ľnschte Entwicklungen reagieren zu k√∂nnen, ist eine genaue Kenntnis der Lage zwingende Voraussetzung.

Die dokumentierten rund 5,63 Millionen Straftaten im Jahre 2022 wurden durch 2,1 Millionen Täter begangen. Ohne ausländerrechtliche Verstöße registrierte das Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr 5,4 Millionen Straftaten, die von 1,9 Millionen Personen begangen wurden. Laut amtlicher Statistik wurden 612.000 nichtdeutsche Täter registrierte, was 32 Prozent entspricht. Von den 83 Millionen in Deutschland lebenden Menschen sind 13,4 Millionen Ausländer, also 16 Prozent.

Während Deutsche 84 Prozent der Gesamtbevölkerung stellen, sind sie mit nur 68 Prozent an der Begehung von Straftaten beteiligt. Nichtdeutsche stellen hingegen lediglich 16 Prozent der Gesamtbevölkerung, sind aber mit 32 Prozent an der Begehung von Straftaten beteiligt. Der Anteil straffällig gewordener Ausländer ist folglich mindestens doppelt so hoch wie ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung. Hieraus folgt die Erkenntnis, dass nach Deutschland Zugewanderte oder hier als Kinder ausländischer Eltern Geborene eher Straftaten begehen als die einheimische Bevölkerung.

Die Clan-Problematik wird vielfach ausgeblendet

Das Verh√§ltnis von 16 Prozent Ausl√§ndern zu 32 Prozent begangener Straftaten ist nicht das ganze Bild, das zu kennen schon wichtig w√§re, um dieses Ph√§nomen bearbeiten zu k√∂nnen. Die amtliche Statistik f√ľhrt als Deutschen, wer √ľber einen deutschen Pass verf√ľgt. In dieser Gruppe sind immerhin 9 Millionen Personen mit Migrationshintergrund enthalten.

Auch viele Mitglieder krimineller Clans verf√ľgen √ľber einen deutschen Pass, obwohl sie sich nicht integriert, sondern in einer Parallelwelt eingerichtet haben. Sie erh√∂hen folglich den Anteil der deutschen T√§ter, was zu einer bedeutsamen Verzerrung der Statistik f√ľhrt. Wer kennt sie nicht, die eingewanderten Gro√üfamilien der Miris, Remmos oder Abou-Chakers, die durch organisierte Kriminalit√§t zu Macht und Reichtum gelangt sind.

Die Mehrzahl der Menschen mit Migrationshintergrund lebt straffrei unter uns

Um keinerlei Missverst√§ndnisse aufkommen zu lassen: Die ganz √ľberwiegende Mehrheit dieser Bev√∂lkerungsgruppe lebt straffrei unter uns, ebenso die meisten Ausl√§nder. Trotzdem w√§re es sinnvoll, die jeweilige Kriminalit√§tsbelastung gesondert zu erheben. Weil diese Daten aber fehlen, kann dieser Mangel nur durch Sch√§tzungen ausgeglichen werden.

Dabei darf man davon ausgehen, dass eine √ľberproportional hohe Kriminalit√§tsbelastung auf gravierende M√§ngel der Integration hinweist. Hier sollten wir als Gesellschaft nicht Augen und Ohren verschlie√üen, sondern handeln, damit das Problem uns nicht √ľber den Kopf w√§chst.

Dass sich f√ľr diese Problematik niemand aus Regierung und Politik so richtig zu erw√§rmen vermag, deutet vieles darauf hin, dass es sich um ein Problem handelt, mit dem sich keine politischen Meriten ernten lassen. Das bestehende Erkenntnisdefizit sch√ľtzt bislang davor, unangenehme Fragen der Zuwanderungspraxis und der Integrationsm√§ngel beantworten zu m√ľssen.

Dieses Wegducken vor einem augenscheinlichen Problem wird nur noch begrenzte Zeit gelingen, weil es √ľber kurz oder lang in die populistische Ecke abwandern wird. Ob dann noch sachgerechte Ma√ünahmen und Regelungen m√∂glich sein werden, l√§sst sich aus heutiger Sicht nur unvollkommen diagnostizieren.

Viel besser w√§re es auf jeden Fall, sich der Integrationsproblematik offensiv zu stellen. Am st√§rksten unter der Zuwanderung hat unser Bildungssystem zu leiden. Wenn ein betr√§chtlicher Teil der Grundsch√ľler nur √ľber unzureichende Deutschkenntnisse verf√ľgt und rund 20 Prozent die Schulkarriere ohne Abschluss beenden, dann ist es nicht verwunderlich, dass die Leistungen der deutschen Schulen im europ√§ischen Vergleich deutlich abfallen. Diese Entwicklung sollte uns wachr√ľtteln, weil sie letztlich unser aller Wohlstand in Gefahr bringt. Es ist an der Zeit, notwendige Reformen schnell und konsequent einzuleiten, damit Bildung in Deutschland wieder den Stellenwert erh√§lt, die ihrer gesellschaftlichen Bedeutung entspricht und die Grundlage f√ľr gelingende Integration legen kann.

Friedhelm Sanker

Foto im Beitrag © Henning Schacht / BMI