Die Entschlossenheit der vom Tarifvertrag Betroffenen hat die Entscheidung gebracht. Ohne die Warnstreiks und Proteste der vergangenen Wochen wäre der jetzige Abschluss nicht denkbar gewesen. Immerhin waren Hunderttausende den Aufrufen ihrer Gewerkschaften gefolgt und hatten der Arbeitgeberseite zu der Erkenntnis verholfen, dass bei mangelnder Kompromissbereitschaft ein flächendeckender Erzwingungsstreik drohen würde.
Das Ergebnis:
DBB-Chef Ulrich Silberbach meinte, der gefundene Kompromiss könne sich sehen lassen, auch wenn die Länge der Laufzeit eine Hypothek sei. Mehr sei angesichts der klammen Kassen vieler Kommunen, die durch den Zustrom von Flüchtlingen und Asylbewerbern finanziell arg strapaziert seien, realistisch nicht durchsetzbar gewesen.
Ein Ergebnis – je nach Entgeltgruppe – zwischen 8 und 16 Prozent sei vor den Verhandlungen kaum erwartet worden. Da der überwiegende Teil der Kolleginnen und Kollegen in mittleren Entgeltgruppen eingruppiert seien, liege die durchschnittliche Erhöhung der Einkommen bei rd. 11 Prozent, stellte Silberbach fest.
Gegenüber dem Schlichtervorschlag konnten in den Verhandlungen noch kleine Verbesserungen erreicht werden. Dazu gehört, dass die Regelung zur Übernahme der Auszubildenden verlängert worden ist.
Abschließend forderte Ulrich Silberbach von der Arbeitgeberseite die inhalts- und wirkungsgleiche Übertragung der Tarifeinigung auf den Besoldungs- und Versorgungsbereich. Erst dann könne die Einkommensrunde als abgeschlossen gelten.
Friedhelm Sanker